Arbeitslos und Spaß dabei? Auf keinen Fall!

Posted by Josy Jobless on Sonntag Jan 30, 2011 Under Aufgeregte Arbeitslose
Jaqueline aus Marzahn, wahrscheinlich arbeitslos wie wir

arbeitslos: Bonnekamp im Kinderwagen -- ist this the future?

Arbeitslos zu werden war schon immer dein schlimmster Horror, direkt nach Krankheit, aber auf jeden Fall weit vor Liebeskummer? Auf einmal ist der Albtraum Wirklichkeit und man muss sich wohl oder übel in der neuen Situation einrichten. Als Erstes: ein dickes Fell zulegen. Unter anderem für: liebe Freunde, die einen beglückwünschen, dass man an diesem grauen Wintertag im Bett bleiben darf, während sie morgens um sieben am U-Bahnhof stehen müssen; die zum Treffen arglos in ein auf einmal unerschwinglich teures gastronomisches Etablissement (puh: großes Bier 3,20!) laden, in dem man zugegebenerweise selbst vor nicht allzu langer Zeit noch wie selbstverständlich ein- und ausging. Man stellt fest: Personen, selbst aufrichtig wohlmeinende, die noch nie arbeitslos waren, reiten sich grundsätzlich hoffnungslos in die Scheiße, wenn sie eine Aufgeregte Arbeitlose trösten wollen. Read More

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Unterwegs in den unendlichen Weiten des Internets stieß ich auf dieses filmische Kleinod namens ″arbeitslos”. Dieser kleine, charmante Film erzählt – sehr unterhaltsam — die Geschichte von Francis Buchholz, Plüschhund und arbeitsloser Hochschulabsolvent im Fach Philosophie. Der Protagonist mit den großen, traurigen Augen, zermürbt von zahllosen Absagen, durchläuft alle destruktiven Psycho-Phasen, die Arbeitslosigkeit so mit sich bringt. Das Unheil nimmt endgültig seinen Lauf, als sich sein Hass auf seine Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt richtet …

Das putzige No-Budget-Plüschtier-Splatter-Drama ist von einem unglaublich liebenswerten Charme. Also stellen wir mal seinem Schöpfer Andy L. ein paar Fragen, wie er darauf kam, diesen Film mit einem Aufgeregten Arbeitslosen als Hauptfigur zu machen.
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Die Wunderwaffe “Eignungsdiagnostik”, in der Psychologie auch “Eignungsauslese” genannt, soll ab 2012 eingesetzt werden

Test Kartons

Wer liebt sie nicht, diese wunderbaren lebenserhellenden Fragen à la “Wie schlagfertig bist du?”, die so leichtfertig während der Wartezeit, beipspielsweise in der Arztpraxis, im Psychofragebogen beispielsweise der BRAVO ausgefüllt werden. Wenn nun die Bundesagentur für Arbeit  solcherlei Fragen stellt, will sie nicht etwa beipspielsweise der BRAVO Konkurrenz machen, sondern eine berufliche Klassifikation der Arbeitslosen vornehmen.

Angeblich soll das Helfen, Kompetenzen herauszufinden: “Wir wollen künftig stärker auf die Stärken als auf die Schwächen unserer Kunden schauen”. Erstens dachte ich bislang,  das wäre bereits der Arbeitsauftrag der Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit und zweitens, dass wir dafür Arbeits- und sonstige Zeugnisse vorlegen würden. Dass demnächst der Sachbearbeiter nach Gutdünken und Kreuzchen urteilen darf, ob der Gabelstaplerführerschein genehmigt wird, man sich weiterhin selbständig bewerben darf oder vielleicht doch eine Einweisung veranlasst werden soll, ist eine gruselige Vorstellung und wird hoffentlich nie nie eintreten!

[IMG © flickr / DaveBleasdale cc]

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Die fabelhafte Welt der Stellenanzeigen

Posted by Hanni Hartz on Mittwoch Jun 1, 2011 Under Allgemein, arbeitslos

Heute ein besonders erfreuliches Exemplar der Gattung gönnerhafte Unternehmens-Goodies:

Büro Wegweiser

Erfolgreiches Büro mit mehrjähriger Erfahrung sucht zur Verstärkung des Teams eine
clevere Mitarbeiterin in Teilzeit bzw. auf  400-Euro-Basis (pro Woche etwa 20 bis 25
Stunden,eventuell auch mehr).
Arbeitslosigkeit ist für uns kein Ablehnungsgrund.

[IMG © flickr / erix! cc]

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Absurd
Wie man nicht zu einem Vorstellungsgespräch kommt, trotz gelungenem Anschreiben, hervorragenden Zeugnissen, einem netten Gespräch mit der zuständigen Kraft der menschlichen Ressourcen-Abteilung und einem seit Wochen vereinbarten Termin:
es tut uns leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Bewerbungsgespräch morgen zum 01.06.2011 nicht stattfinden wird.
Die Geschäftsleitung ist bei Ihrer intensiven Suche nach zeitnahem Zuwachs bereits fündig geworden und hat die Stelle Anfang dieser Woche neu besetzt.
Mit freundlichen Grüßen, with best regards

[IMG © flickr / addedentry cc]


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Nachtrag zu: Umstrukturierung im JobCenter

Posted by Hanni Hartz on Montag Mai 30, 2011 Under Allgemein, Arbeitsvermittlung, Jobcenter, arbeitslos

Die Ambitionen, die Sie zum Aufstieg veranlassten, sind zu dünn -

Failure - Umstrukturierung

Häme ist mir fremd, so fremd, dass ich mich ehrlich freute, im JobCenter einem bekannten Gesicht – meiner Sachbearbeiterin – zu begegnen! Hatte sie mir während unseres letzten Dates noch freudestrahlend von ihrer glohrreichen Zukunft ohne mich und die anderen “Kunden” berichtet, blickte mir nun die hässliche Fratze des ABER entgegen.

Es gäbe eine Neuerung – und um die Umstrukturierung zu reibungslos wie möglich vollziehen zu können, würden die Langzeitarbeitslosen (=hoffnungslosen Fälle, warum haben die auch alle studiert und nicht was Ordentliches gelernt!) vorerst weiterhin von ihren ihnen bereits bekannten (ein nicht unwesentlicher Vorteil in this jungle, called JobCenter) Sachbearbeitern betreut.

Gut für mich, dachte ich naiverweise, offenbar schlecht für Frau P., die ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter machte. Aber sie sei zuversichtlich, dass ich bald eine feste Anstellung finden würde, sie hätte da just was Passendes in der bayerischen Provinz für mich entdeckt…

[IMG © flickr / plural cc]

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Arbeitsvermittler, der Dritte

Posted by Holla Thewoodfairy on Mittwoch Mai 25, 2011 Under Arbeitsvermittlung, Aufgeregte Arbeitslose, Jobcenter, Selbstständigkeit

Arbeitsvermittler-Philosophie: Kurzfristige Termine sichern Freizeit und ein Bienchen für Einsparungen.

Nun mein dritter Arbeitsvermittler und es geht gut los: Die Einladung zum Gespräch am 24.05.2011 erreichte mich genau einen Tag vorher.

Es soll um meine “Bewerbungsunterlagen” und um “Angaben zum aktuellen Stand der gewünschten [Frechheit!] Selbständigkeit [sic!]” gehen. Ein paar Anmerkungen dazu: Ich bin bereits offiziell selbstständig und daher von der Bewerbungspflicht befreit. Da ich (dank Akquise) den Spaß nun verpasste, werden mir meine Bezüge um zehn Prozent gekürzt. Langsam werde ich sauer ob der Schikane, daher lasse ich Euch an meinem Antwortschreiben teilhaben.
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Bewerbungsabsagen II

Posted by Hanni Hartz on Montag Mai 16, 2011 Under Allgemein, Aufgeregte Arbeitslose, arbeitslos

Sehr geehrte XY,

vielen Dank für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an der Mitarbeit in unserem Unternehmen.

Ihre Bewerbung spricht Ihnen viele Qualifikationen aus, die Sie eigentlich für diese Stelle als Überqualifiziert darstellen.

Die Tätigkeit ist als Nebenjob gedacht.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Holla, the wood fairy

Chef

XY Gesellschaft mbH

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okay, nur zum Grundverständnis:

Nach einem sehr erfolgreich absolvierten Hochschulstudium mit Diplom (prä-Bologna-Zeiten waren das damals, paradiesische Ur-Zustände des reinen Lernens & der Hingabe an wissenschaftliches Arbeiten), diversen Praktika in verschiedenen Branchen, Berufserfahrung und einer – Trommelwirbel – WEITERBILDUNG, denn auf ein Jahr Arbeitslosigkeit und rund 300 Bewerbungen folgte – NICHTS -,

heißt es in den Bewerbungsabsagen nun mittlerweile:

“Danke, aber, nein danke, SIE SIND ÜBERQUALIFIZIERT.”

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Überraschungsparty beim JobCenter: Keiner weiß, wie's laufen soll

Aufstieg einer Sachbearbeiterin: Nie wieder arbeitslose Akademiker!

Wir werden alle kategorisiert

Mit einem Luftballoninferno, das auf jedem Kindergeburtstag seinesgleichen suchen würde, empfing mich meine Sachbearbeiterin beim JobCenter zum letzten Gel…spräch. Sie hätte mir eine “frohe Botschaft” zu übermitteln (dieser feierlich-christliche Impetus war mir vorher nie aufgefallen):

Sie sei befördert worden und fortan nicht mehr als meine “Kundenbetreuerin” tätig.

Dass sie nicht gleich den Asti öffnete, war auch alles, denn sie schäumte so schon über vor Freude, mich (und all das andere akademische Gesocks) endlich los zu sein. Vermittlungs-statistiken adé.

So sehr ich mich, so empathisch wie eine Arbeissuchende (ICH HASSE DIESEN EUPHE-MISMUS!) zu sein hat, auch mit ihr freute, hinterlässt Frau P. doch eine große, klaffende Lücke. Denn das JobCenter strukturiert um.

Ab Juni wird das abgehängte Prekariat nach Berufsgruppen sortiert verwaltet werden.

Wie das ablaufen werde, wisse sie auch nicht, ich solle mir da auch keine Gedanken machen: “Irgendwo bringen die Sie schon unter!” Hach, da bin ich ja beruhigt und harre der Dinge, bis ich irgendwann im Juni eventuell (“So schnell können die auch nicht arbeiten; Sie bekommen eine Übergangsnummer, mit der Sie sich unten in der Warteschlange anstellen dürfen”) darüber benachrichtigt werde, ob jetzt wieder jemand für mich zuständig ist.

Bis dahin dekoriere ich meinen Schreibtisch mit Luftballons und freue mich auf die neue Kategorie, die sich gerade hochqualifizierte Menschen für mich und meine Freunde ausdenken.

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Arbeitsvermittler des Grauens, Part II

Posted by Holla Thewoodfairy on Donnerstag Apr 21, 2011 Under Aufgeregte Arbeitslose, Jobcenter, Selbstständigkeit, arbeitslos
Wer die Arbeitsvermittlerin unvorbereitet erwischt, darf sich ganz unten anstellen.

Wer die Arbeitsvermittlerin unvorbereitet erwischt, darf sich ganz unten anstellen.

Zur Erinnerung: Im Oktober letzten Jahres ließ ich mich zwecks Wunsch auf Selbstständigkeit vom schmierigen Herrn Arbeitsvermittler zum Projektbüro LOK.a.motion GmbH senden. Dort habe ich fleißig meinen Businessplan geschrieben, viel über Steuern, Buchhaltung, Kalkulation und andere fiese Dinge gelernt und trabte nun im April zu zweiten Mal Richtung Arbeitsvermittler – mit dem Vorsatz, dort meinen wohlverdienten Antrag auf Einstiegsgeld zu stellen (Das ist der Gründerzuschuss für die ALG-II-Kandidaten, die immer noch Wille und Hoffnung haben).

Diesmal eine Frau. Immerhin. Jung, dynamisch, freundlich – mit einem Schild auf ihrem Schreibtisch: “Wie würde ich mich in dieser Situation fühlen?” Klasse Ansatz, glatt unterstrichen durch ihre Beteuerung, sie sehe sich eher als Berater denn als Bestimmer. Auf meine strahlende Nachfrage nach begehrtem Antrag auf Einstiegsgeld sank die Stimmung allerdings schnell von beratend freundlich auf bestimmt ablehnend.
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Arbeitslos: kleine Gefälligkeiten für den Arbeitsvermittler müsssen schon drinnen sein!

Mal eben Reifenwechsel: Dann klappts auch mit dem Arbeitsvermittler!

Nun bin ich noch Neuling im Schwimmbecken der Arbeitslosen — nicht mal ein Jahr dabei und nach ganzen zwei Unterredungen mit genauso vielen Vertretern der Rasse Arbeitsvermittler schon heftig verwirrt. Hier der erste Teil meiner wunderbaren Erlebnisse:

Letzten Oktober war ich zum ersten Mal im JobCenter, legte brav meine bisherigen Bewerbungsbemühungen vor und ließ mir sagen, dass mein Lebenslauf (den ich nach offiziellen Vorgaben, mit anschließender Prüfung erstellt hatte) einfach Mist sei. Ich blieb freundlich und bat den Herrn um seine Anmerkungen – immerhin sei er ja Profi. Er gab sich großzügig: Da ich Germanistin sei, könne ich mir gern mal seinen eigenen Lebenslauf anschauen und auch gleich mal korrigieren. Ich blieb freundlich und nahm die Unterlagen an mich.
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